Fremdkörper-The social life of stange

Fremdkörper-The social life of stange

Fremdkörper - The social life of strange



  

Fremkörper-The Social life of Strange TRAILER





The social life of strange tells the story of projections, reflections and overcoming.

The woman‘s body as an initial space to experience constructed otherness becomes (the critical instrument) the critical bone machine to unmask practiced fantasies of orientalism and sexism.

The 'oriental'/ized woman necessarily remains the marked subaltern counterpart of the apparently transparent 'western' woman. Public debates on the so-called self-determination of women are dominated by European regimes of identitarian self-assurance and white obedience instrumentalizing and stygmatizing other women's bodies. But who is this unmarked, transparent, superior woman? And who is not allowed to be her? A provocative piece that turns boundaries into surfaces of contact and foreignness into significant experience.



  FremdKörper ist ein zeitgenössisches Projekt, welches sich mit aktuellen Kulturrassismen und Entfremdungsprozessen auseinandersetzt. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachbereiche Tanz, Performance, Kultur- und Sozialanthropologie, Geschichte und Philosophie sucht einen innovativen Umgang mit performativen Räumen und Körpern.



 Foto by Peter Rauchecker


Das Stück FremdKörper setzt sich mit der Konstruktion des Fremden und dessen systematischen Logiken auseinander. Hierbei steht die Infragestellung des Anderen wie des Selbst im Zentrum des künstlerischen Schaffungsprozesses. Die Themenfelder Weiblichkeit, kulturelle Identität und Gewalt speisen sich durch unterschiedliche Repertoires des zeitgenössischen Tanzgenres, der Schauspielerei, des Gesangs und der visuellen Medienkunst.

Körper als Spiegel und sich spiegelnde Körper führen die Zuschauer_innen durch ein Kabinett subjektiv körperlicher Erfahrungen von Fremdheit und nähern sich im Laufe der vergeblichen Suche nach dem Zündfunken sozialen Wandels den glühenden Maschinenräumen der „Herren der Welt“. Ein provokativ ernüchterndes Stück, welches die Perspektive im Fremden und der Peripherie sucht.





Einführung in die Zusammenarbeit

Wenn Grenzen zu Kontaktflächen werden, wird Fremdheit zur bedeutsamen Erfahrung. Erst bei Annäherung tritt die Fremdheit des Gegenübers in Erscheinung. 




 Foto by Peter Rauchecker

Im Zentrum der Zusammenarbeit ist die Fremdheit als körperliches und tänzerisches Beziehungsverhältnis zu verstehen. Die personale und soziale Identität ruft die Fremdartigkeit des Anderen hervor und bleibt stets ein Teil körperlich und persönlich erlebter Eigenheit. Fremdheit wird als relationaler Begriff verinnerlicht, dessen Bedeutung sich dann erschließt, wenn man seine eigenen Anteile in diesem Beziehungsverhältnis mit zu berücksichtigen vermag. Die Fähigkeit, die eigenen Positionen und Sichtweisen, wie etwas fremd erlebt wird, ist abhängig von persönlichen Erfahrungen und den manifestierten Erinnerungen (Body Memory).


 Foto by Peter Rauchecker

Ahmadzadeh, Khodad, Shahyar und Pider erleben Fremdheit nicht nur als historisch, gesellschaftlich und politisch gebundene Kategorie, sondern auch als Erinnerungen, welche sich im Körper manifestieren und integrieren, aber auch reflektieren und lösen lassen. Mit diesen Differenzierungen und der Fremdartigkeit des Gegenübers, teils Mythos, fungieren kulturelle und religiöse Aspekte als Schleier für unterschiedliche Machtinteressen. Konflikte zwischen Schiiten und Sunniten sowie Ausschreitungen zwischen ethnischen Gruppierungen beherrschen den politischen und historischen Diskurs. Die Konstruktion der jeweils anderen, wie unter Arabern, Kurden, Iranern etc. führten zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und prägen auch die aktuelle politische Lage im Nahen Osten. Die Erinnerungen an den Krieg zwischen Iran und dem Irak beeinflussen die Künstlerinnen Ahmadzadeh, Khodad und Shahyar bis in die Gegenwart und wirkt direkt und indirekt in die tänzerische Arbeit hinein. Pider hingegen, geboren und aufgewachsen in Südtirol, erlebt ihre Kindheit und Jugend als Teil einer deutschsprachigen Minderheit in Italien. Die Differenzen zwischen den Sprachgruppen scheinen längst überwunden, dennoch manifestiert sich das Gefühl der Fremdheit und Andersheit als ein dauerhafter Zustand. Von vielen wird im Kampf mit der eigenen Identität und Zugehörigkeit all das, was auch nur im Geringsten von den gewohnten Mustern abweicht, sofort mit vollster Überzeugung abgelehnt. Pider stellt sich von ihrer Jugend an klar gegen diese Ablehnung.


 Foto by Peter Rauchecker

Choreografie: Ulduz Ahmadzadeh
Konzept: Ulduz Ahmadzadeh, Meyaseh Khodad
Komposition und Arrangment: Golnar Shahyar
Performance und künstlerische Mitarbeit: Meyaseh Khodad, Nora Pider, Golnar Shahyar
Bühne und Raum: Till Jasper Krappmann

Kostüm: Iva Ivanova
Licht: Jan Wilander
Produktion: Nora Pider, Gerlinde Roidinger






 Foto by Peter Rauchecker